Richterhammer
31. August 2020

Werbungkostenabzug für Promotionsvermittlung nicht zulässig

Ist die Erlangung eines ausländischen universitären Titels ausschließlich beruflich veranlasst und dienen die damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen objektiv dazu, das berufliche Fortkommen zu begünstigen, können sie als Werbungskosten geltend gemacht werden. Aufwendungen, die für die Promotionsvermittlung anfallen, sind nach einer Entscheidung des Finanzgerichts München (FG) vom 17.4.2020 hingegen nicht steuerlich abziehbar.

Im entschiedenen Fall hatte ein Steuerberater ein BWL-Studium abgeschlossen und eine Promotion an einer Universität in Tschechien absolviert. Aufwendungen des Promotionsverfahrens machte er über den gesamten Zeitraum des Verfahrens als Werbungskosten geltend. Unter anderem waren in den Kosten auch ein Beraterhonorar in Höhe von 8.500 € für die Vermittlung des Promotionsthemas enthalten. Nach Auffassung des FG können die Promotionsaufwendungen als Werbungskosten geltend gemacht werden, das Beraterhonorar ist hingegen vom Abzug als Werbungskosten ausgenommen.

Begründung des FG: Die Vermittlung des Promotionsthemas gegen Gebühr stellt eine rechtswidrige Handlung dar, die den Tatbestand eines Strafgesetzes oder eines Gesetzes verwirklicht, das die Ahndung mit einer Geldbuße zulässt. Diese Vorschrift findet auch für Werbungskosten Anwendung.



Bleiben Sie und Ihre Mandanten Up-to-date mit den topaktuellen Fachinformationen der ERV | Rundschreiben für Steuerberater.

Zurück zu Blog-Übersicht