Praxisrelevante Änderung beim Berufsstand der Steuerberatung
17. April 2020

Praxisrelevante Änderung beim Berufsstand der Steuerberatung

In verschiedenen Gesetzesverfahren wurden auch praxisrelevante Änderungen beim Berufsstand der Steuerberaterinnen und Steuerberater vorgenommen, die zum 1.1.2020 in Kraft traten.

So wird mit dem Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (sog. Jahressteuergesetz 2019) im Hinblick auf das Datenschutzrecht in einem neuen § 11 Abs. 2 StBerG ausdrücklich festgelegt, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Steuerberater bei der Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben stets weisungsfrei erfolgt. Damit legt das Gesetz fest, dass die Leistungen der Steuerberater keine „Auftragsverarbeitung“ im Sinne des Datenschutzrechts ist. Dies gilt auch für Lohn- und Gehaltsabrechnungen. Sie nehmen – im Gegensatz z. B. zu einem Rechenzentrum – fortlaufend steuerrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Würdigungen vor. Damit steht ihre eigenverantwortliche fachliche Prüfungs- und Beratungsleistung im Vordergrund.

Des Weiteren ist in § 32 Abs. 2 StBerG geregelt, dass Steuerberater unabhängiges Organ der Steuerrechtspflege sind. Damit legt der Gesetzgeber fest, dass mit dem Beruf besondere Rechte, aber auch spezielle Pflichten verknüpft sind. Die Unabhängigkeit des Berufs gewährleistet, dass die Steuerberater gleichrangig und gleichberechtigt neben den anderen Organen der Rechtspflege wie der Anwaltschaft aber auch den Gerichten ihre rechtsstaatlichen Aufgaben erfüllen können.

Mit den Neuregelungen durch das III. Bürokratieentlastungsgesetz wurd eine Anpassung bei den berufspraktischen Zeiten vorgenommen, die erforderlich sind, um die Steuerberaterprüfung abzulegen. So verkürzt der Gesetzgeber in § 36 Abs. 2 StBerG diese Zeiten nun für Steuerfachangestellte von zehn auf acht Jahre und für Steuerfachwirte von sieben auf sechs Jahre. Eine Verkürzung auf sechs Jahre gilt außerdem für geprüfte Bilanzbuchhalter sowie Beamte des gehobenen Dienstes der Finanzverwaltung. Die neuen zeitlichen Regelungen gelten schon für alle Prüfungen, die nach dem 31.12.2020 beginnen.

Quelle: PM DStV e. V. v. 9.12.2019 (Z20200201)

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